Fahrschule in Meinerzhagen
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Der Schulterblick - notwendig oder verzichtbar?

Fahrschule Berges GmbH
Herausgegeben von in Verkehrssicherheit ·
Tags: Schulterblick

Der Schulterblick: Warum man ihn macht und wann man ihn macht!



Warum macht man den Schulterblick?


Die Reihenfolge um den nachfolgenden Verkehr abzusichern, kennt jeder aus der Fahrschule:

  • Innenspiegel, Außenspiegel
  • Blinken
  • Schulterblick

Doch warum sichert man in dieser Reihenfolge ab?

Die Straßenverkehrsordnung spricht beim Überholen, Vorbeifahren, dem Wechsel eines Fahrstreifens oder beim Abbiegen immer davon, dass eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs auszuschließen sei, bzw. auf den nachfolgenden Verkehr geachtet werden muss. Außerdem muss der Blinker zur Ankündigung des Vorhabens rechtzeitig und deutlich verwendet werden.
Der Schulterblick wird hier nicht explizit genannt, jedoch muss man eine Möglichkeit finden, auch die Bereiche einsehen zu können, die man im Spiegel nicht sehen kann.

Was bedeutet "Toter Winkel"?


Jeder Spiegel hat einen "Toten Winkel", also einen Bereich, der im Spiegel nicht sichtbar ist.
Während sich bei einem Auto sogar teilweise die einsehbaren Bereiche des Innen- und Außenspiegels überschneiden, gibt es andere Bereiche, die von den Spiegeln nicht erfasst werden - den sogenannten "Toten Winkel".

Schaut man sich die folgende Abbildung an, so erkennt man, dass die Bereiche hinter dem Auto durch den Innenspiegel (Bereich 1), der Bereich links und rechts hinter dem Auto durch den Außenspiegel (Bereich 2) gut abgedeckt werden.
Hieraus lässt sich folgern, dass gerade durch die Bauart der Spiegel und deren Einstellung, Fahrzeuge die sich weiter entfernt hinter einem befinden, besser durch den Innenspiegel beobachten lassen. Der Innenspiegel zeigt deutlich die tatsächliche Entfernung zum nachfolgenden Verkehr an, da er das Bild nicht verzerrt, wie es beispielsweise der Außenspiegel durch seinen asphärischen Aufbau macht.
Man versucht bei vielen Außenspiegeln das Spiegelglas so zu gestalten, dass der "Tote Winkel" möglichst klein ist. Hierdurch entsteht aber auch eine Verzerrung des im Spiegel gezeigten Bildes, wodurch herannahende Fahrzeuge kleiner wirken.

Jedoch kann auch die asphärische Bauart des Außenspiegels den "Toten Winkel" nicht vollständig eliminieren. Neben dem eigenen Fahrzeug gibt es immer einen Bereich (Bereich 3), der unmöglich vom Spiegel erfasst werden kann.

Toter Winkel und Schulterblick


Den "Toten Winkel" kann man nur durch einen Seitenblick / Schulterblick überprüfen!


Nachdem herannahende Fahrzeuge in den Spiegeln beurteilt wurden und der Blinker rechtzeitig zur Ankündigung des Vorhabens eingeschaltet wurde, muss nun der "Tote Winkel" (Bereich 3) durch einen Schulterblick eingesehen werden.
Selbstverständlich schaut man zu der Seite, zu der auch im Anschluss gefahren wird.


Welche technischen Mittel helfen mir den "Toten Winkel" zu beobachten?


Es gibt aber auch Meinungen, die sich gegen den Schulterblick richten.

Beispielsweise:
  • "Wer den Schulterblick macht, der gefährdet sich, da man den Blick nach vorne verliert. Und was, wenn dann der Vordermann plötzlich bremst?"
  • "Der Schulterblick ist bei meinem Auto überflüssig, denn ich habe einen Blind Spot-Sensor, bzw. einen Toten Winkel Spiegel!"

Natürlich dauert der Blick zur Seite eine gewisse Zeit. Doch wer genügend Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen einhält und auch den Nahbereich neben der Straße im Auge hat, wird auch nicht gefährlich überrascht, während er den Schulterblick macht.

Die beiden Hilfsmittel "Toter Winkel Spiegel" und "Blind Spot-Sensor" sollen die Gefahr eines im "Toten Winkel" befindlichen Fahrzeuges minimieren, können sie aber nicht ganz verhindern.

Was ist ein "Toter Winkel Spiegel"?


Ein "Toter Winkel Spiegel" ist ein zusätzlicher Spiegel, oder aber ein im linken Außenspiegel abgetrennter Bereich, der durch seine Ausrichtung und seinen Aufbau den "Toten Winkel" verkleinert.
Den nicht einsehbaren Bereich neben dem Fahrzeug kann er jedoch nicht komplett abdecken, da physikalisch betrachtet bei einem Blickwinkel in einen Spiegel der Einfallwinkel gleich dem Ausfallwinkel ist. Würde man demnach einen Bereich unmittelbar neben dem Auto im Spiegel betrachten wollen, so müsste der Spiegel auch dahin ausgerichtet werden.
Dann allerdings ist er für den Fahrer nicht mehr einsehbar.
Auch hier ist also der Schulterblick unerlässlich!

Der Blind Spot-Sensor


Der Blind Spot-Sensor, ist ein in der Regel am Heck des Fahrzeugs angebrachter Sensor, der Fahrzeuge ab einer Entfernung von 20 Metern hinter dem Fahrzeug erfasst und somit das Einfahren in den Bereich neben das Fahrzeug registriert.
Bei einem VW würde im Falle eines Fahrzeuges im "Toten Winkel" eine Kontrollleuchte im Spiegel auf diese Gefahr hinweisen.

Auf den ersten Blick erscheint der Schulterblick bei einem solchen System tatsächlich überflüssig zu sein.
Doch werfen wir einen Blick in das Handbuch des VW Golf 7 mit Blind Spot-Sensor.
Dort liest man folgendes:

  • "Der Blind Spot-Sensor unterstützt beim Erfassen des Verkehrsgeschehens hinter dem Fahrzeug".
  • "Immer das Umfeld des Fahrzeugs aufmerksam beobachten"
  • "Der Blind Spot-Sensor kann möglicherweise in bestimmten Fahrsituationen die Verkehrslage nicht richtig interpretieren. Unter anderem in folgenden Situationen:
    • In engen Kurven
    • Bei unterschiedlich breiten Fahrspuren
    • Bei Straßenkuppen
    • Bei schlechten Wetterverhältnissen
    • Bei speziellen Randbebauungen, ..."

Der Blind Spot-Sensor ist richtig eingesetzt eine hervorragende Unterstützung bei der Einschätzung des nachfolgenden und neben dem Fahrzeug fahrenden Verkehrs, er ersetzt aber nicht eine Beobachtung des  Umfeldes durch den Fahrer.

Fazit:

Der Schulterblick dient als letzte Absicherung vor einem Fahrmanöver, bei dem man seine Fahrlinie verlässt. Technische Hilfsmittel und eine häufige Spiegelbeobachtung helfen unterstützend das Risiko eines sich im "Toten Winkel" befindlichen Verkehrsteilnehmers zu minimieren, ersetzen können sie einen Schulterblick jedoch nicht.
Am Ende liegt das verantwortungsvolle und sichere Fahren immer noch im Bereich der Sorgfaltspflicht eines jeden Kraftfahrers und kann nicht durch ein technisch hochausgestattetes Fahrzeug übernommen werden.


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24.05.2018
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